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Blumenbalkon im Alpbachtal

Warum Alpbach anders ist

Besonderheiten von Alpbach in Tirol

Im urigen Bergdorf Alpbach treffen Tradition und Tiefsinn aufeinander, wie kaum anderswo. Die wohl strengste Bauordnung im ganzen Land, die wunderschöne Erbhöfe und Alpbacher Baumöbel bis hin zu den kulinarischen Geheimnissen des Dorfes.

Alpbach´s Erbhöfe

Unter den Gemeinden Tirols zählt Alpbach zu den Führenden mit über 20 Erbhöfen. Was das Alter der auf den Höfen sitzenden Familien betrifft, dürften die Alpbacher Erbhofbauern mit einer durchschnittlichen Besitzdauer von über 300 Jahren (Voraussetzung sind 200 Jahre) absoluter Spitzenreiter sein.

Drei dieser Familien sitzen sogar schon über 400 Jahre auf ihren Anwesen. Die jahrhundertelange Familientradition mit durchschnittlich 10 Generationen auf einem Erbhof setzt sich im hohen Alter der Bauwerke fort.

Gerade die in Alpbach schon früh einsetzende Verbindung zwischen Landwirtschaft und Fremdenverkehr scheint die beste Überlebensgarantie zu sein. Nur so ist erklärbar, dass alle Erbhöfe in Alpbach in den letzten 60 Jahren das allgemeine „Bauernsterben“ unbeschadet überstanden haben.

In Alpbach gibt es zudem über 100 bewirtschaftete Bauernhöfe, die zum größten Teil noch originalgetreu erhalten sind. Die hohe Dichte an bewirtschafteten Höfen, macht auch das Flair von Alpbach aus. Das Leben mit den Einheimischen steht hier im Vordergrund. 

Alpbacher Bauernmöbel und Alpbacher Tracht

Diese Möbel sind eine Besonderheit, die schon sehr früh zu einem begehrten Sammelobjekt wurden. Nicht nur in Museen, sondern auch in Privathaushalten in ganz Tirol und in Bayern findet man Alpbacher Möbel. In Alpbach haben sich eine Reihe von hervorragenden Truhen und Kästen erhalten.

Neben der handwerklichen Qualität zeichnen die Möbel vor allem ihre Bemalung aus. Die Alpbacher Möbel werden immer wieder mit der Alpbacher Familie Bletzacher in Verbindung gebracht, die sich über Generationen (seit 1716) der Möbelherstellung widmete. Die Familie galt lange Zeit als einziger Handwerksbetrieb, der eine Gewerbeberechtigung besaß. Neben den Bletzachers finden sich in den Alpbacher Sterbebüchern eine ganze Reihe von Personen, die ebenfalls als faber lignarius (frei: Handwerker, Zimmermann) bezeichnet wurden.

Wer sich für das Tragen einer Tracht entscheidet, der möchte modisch seine Verbundenheit mit der Gegend, in der er wohnt, zum Ausdruck bringen. Natürlich hat jede Talschaft seine eigene Tracht. Jene der Alpbachtaler ist beispielsweise für ihr rot-weißes Blumenmuster am Rückenteil bekannt. Trachten wurden von den Talbewohnern nur an Feier- und Festtagen getragen. Das Dirndl war für die Damen die Arbeits- und Alltagskleidung.

Regionale Spezialitäten von Alpbach

Süße Geheimnisse aus Alpbachs Küchen gibt es viele zu entdecken.

Am Zottahof oberhalb von Alpbach hütet Wirtin Reinhilde ein Geheimnis wie einen Schatz: Das Rezept für ihren herrlichen Kaiserschmarren wissen nur eingeweihte Familienmitglieder. Das flaumige Gericht wird nicht wie üblich in Stücken kredenzt, sondern im Ganzen. Als Riesenomelette kommt der luftig-leckere Schmarren auf den Teller. Dazu gibt es Preiselbeeren. Den lecker duftenden Kaiserscharren serviert Reinhilde übrigens ohne Rosinen. Wer trotzdem welche will, für den hat sie immer eine Schüssel Beeren in der Küche.

Eine weitere Besonderheit des Hauses ist die Löffelmilch. Auch dieses Rezept ist „top secret“. Man weiß nur so viel: Milch vom eigenen Hof, Zucker, ein Schuss Rum und Wein machen lustig. Damit man sich Zeit für den Genuss nimmt, wird das Getränk gelöffelt.  

Wer kulinarisch in die alte Zeit der Bauern eintauchen will, der sollte unbedingt das Melchermus auf der Zirmalm in Inneralpbach kosten. Das klassisch bäuerliche Gericht stand einst auf dem Speiseplan der Knechte, die harte körperliche Arbeit auf dem Hof und den Feldern verrichteten.

Heutzutage ist die traditionelle Bauernkost fast gänzlich von den Speiseplänen verschwunden. Nur noch selten findet man es auf den Speisekarten. Die einfachen Zutaten sind Butter, Mehl, Milch und Salz. Klingt simpel, ist es auch. Aber das Melchermus ist trotz seiner Einfachheit eine wahre Spezialität. Besonders köstlich ist die Kruste („Prinze“), die sich am Boden bildet. Traditionell wird das Melchermus in der Eisenpfanne über dem offenen Feuer oder dem Herd zubereitet.

Wasser und Bier

Das Element „Wasser“ ist in Alpbach in einer Vielfalt vorhanden, wie kaum in einem anderen Ort. Alpbach wurde aufgrund seiner hervorragenden Wasserqualität vom Forschungszentrum Seibersdorf zur ersten „Kristallgemeinde Österreich“ ausgezeichnet.

Feinsten Gerstensaft erhält man in Alpbachs Ein-Mann-Bierbrauerei. Die Kristall-Brauerei von Jos Moser ist zwar nicht die größte, aber eine der besten Brauerein, wie Bierkenner behaupten. Die „Ein-Mann-Brauerei“ ist jedenfalls etwas ganz besonderes. Und das nicht nur wegen des hervorragenden Gestensaftes, der hier produziert wird.

Die Geschichte der Brauerei selbst ist erzählenswert. Bereits in jungen Jahren faszinierte den gelernten Maschinentechniker die Herstellung des Gertensaftes. Damals diente die eigene Haushaltsküche als „Versuchslabor“ für seine ersten Bierbrauexperimente. Nach 20 Jahren der Experimental-Hausbrauerei machte Jos Moser eine dreijährige Ausbildung zum Bierbrauer. Bald war seine Küche endgültig zu klein geworden und professionelle Gerätschaft löste die provisorischen Küchentöpfe ab. Die Garage seines Bruders bot alles was Jos Moser dazu brauchte, nämlich mehr Platz.

Seit 2006 gibt es nun die kleine „Garagenbrauerei“ in der eine Jahresmenge von ca. 1.500 hl bestes unfiltriertes Kristallbräu-Bier erzeugt wird. Um das Bier nach seinen eigenen Ideen zu brauen entwickelte er ein ausgeklügeltes Heizungssystem, plante und baute jedes einzelne Braufass. Und auch die Leitungen, in denen das Bier zirkuliert, hat er von eigener Hand selbst entworfen.

Der Name Kristallbier stammt übrigens vom Alpbacher Kristallwasser womit Jos Mosers "Mein Bier" gebraut wird. Im Winter gibt es den Brauerpunsch, der nach eigenem Rezept aus dunklem Bockbier, Nelken und Zimt hergestellt und heiß getrunken wird. Seinen unverkennbaren Geschmack erhält der Brauerpunsch durch Almkräuter, wie Preiselbeere, Arnika, Ringelblumen, Johanniskraut und Wacholder, die Jos direkt von einem Bauern aus dem Alpbachtal bezieht. Mit nur 3,5 Prozent hat dieser Punsch viel weniger Alkoholgehalt als der Glühwein, der auf bis zu 10 Prozent kommt. Lustig und warm wird’s einem trotzdem. Neben den Saisonbieren braut Jos die Sorten Zwickl, Weizen und Kellerbier, die man ganzjährig erhält.