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Familienausflug im Museum Tiroler Bauernhöfe - Kramsach | © Alpbachtal Seenland Tourismus │Gabriele Grießenböck

Flugzeugabsturz B-24 G Liberator am Hösljoch

Am 25. Dezember 1944 stürzte um 5 Uhr morgens eine amerikanische B-24 G Liberator (Nr. 63) am Hösljoch ab - Ziel war ursprünglich die Stadt Hall in Tirol zu bomadieren.

Erinnerungsplatz in der Nähe der Höslam | © Alpbachtal Tourismus Erinnerungsplatz in der Nähe der Höslam | © Alpbachtal Tourismus

An Bord befand sich die 10-köpfige Crew, mit:

  • 2nd Lieutenant Don D. Williams – Pilot
  • 2nd Lieutnant Donald E. Mitchell – Co-Pilot
  • 2nd Lieutnant James Stephenson R – Navigator
  • 2nd Lieutnant Frank N Kautzman Jr – Bombardier
  • Technical Sergeant Jack W Aber – Engnineer
  • Technical Sergeant Donald L Emlaw – Radio Operator
  • Staff Sergeant Wilfried J Barton – Gunner Staff
  • Sergeant Clifford C Fäth – Gunner Staff
  • Sergeant Charles Johnston M – Gunner Staff
  • Sergeant William R Oolslager – Gunner

Die Route führte sie über den Brenner nach Hall. In der Nähe des Ziels gerieten sie in Beschuss und wurden von einer Flack am Motor Nr. 4 getroffen. Da sie relativ schnell an Höhe verloren, sprangen drei der Crew Mitglieder über Jenbach ab und der Rest zwischen Brixlegg und Kundl. Alle Mitglieder überlebten den Absturz und trafen sich nach ca. 7 Tagen wieder im Auffanglager Rosenheim.

Zwei dieser Mitglieder sowie Augenzeugen aus Kundl berichteten folgendes: Einige Kundler standen damals vor dem „Klement-Geschäft“ und beobachteten das Heruntergleiten der Fallschirmspringer. Sofort liefen sie auf die Saulueg, um vielleicht einen der Fallschirme zu ergattern. Die Fallschirmseide war von höchster Qualität und heiß begehrt, um sich daraus Hemden machen zu lassen. Dort angekommen, machten sich einige Kundler daran, den Fallschirmspringer zu stellen. Nachdem man einige Male in die Luft geschossen hatte, kam der Kugelturmschütze Wilfried Barton mit erhobenen Händen und voller Angst aus dem Wald.

Der alte Distelberger Bauer verhinderte mit seinem mutigen Einschreiten Schlimmeres, und der ausgefrorene Wilfried Barton wurde in die Küche zur alten Distelberger Bäuerin gebracht, die ihm eine heiße Suppe und Kaffee gab. Offensichtlich hatte sie vorher gefragt, ob er katholisch sei, was er heftig bejahte. Später wurde er vom Kundler Bürgermeister an die deutschen Behörden übergeben die ihn ins Auffanglager brachten. Frank Kautzmann, Bombardier der abgestürzten Maschine, hat diese Ereignisse in einem kleinen Buch festgehalten und Kundl und Rattenberg sogar viele Jahre später nochmals besucht.

E-Mail von Clifford C Fäth: 376th Bomb Gp. Crash

 Mein Name ist Cliff Faeth und ich bin Schütze im unteren Kugelturm an Bord der von Don Williams pilotierten B-24. Ich habe Kontakt zu einigen der Crewmitglieder verloren, weiß aber dass mindestens fünf bereits verstorben sind. Ich bin nach wie vor mehrmals im Jahr in Kontakt mit Don und habe ihn vor drei Jahren getroffen. Meine Tochter wohnt nahe Chicago wie auch Don. Ich selbst, der Funker und der Heckschütze befanden uns im hinteren Teil der Maschine also kann ich nur wiedergeben was uns die anderen erzählten. Wir wurden im Triebwerk Nummer 4 getroffen und da die Temperatur bei 47 Grad unter Minus lag hatte der Pilot eine schwierige Aufgabe den Propeller in Segelstellung zu bringen. Wir waren nicht tödlich getroffen, jedoch gelähmt, ab diesem Punkt ging alles bergab. Bei Treibwerk 3 versagten die Kompressor und bei Triebwerk 2 die Wechselrichter. Don bat Jim Stephenson um einen Kurs in Richtung Schweiz, aber wir verloren sehr rasch an Höhe. Zu diesem Zeitpunkt gab mir der Funker ein Zeichen zum Absprung. Ich blickte zurück zum Heckschützen, der mir das Zeichen zum Absprung gab und so verließ ich den Flieger. Wir drei wurden rasch zusammengetrieben und ins Gefängnis (ich glaube der Ort heißt Jenbach) gebracht. Wir sahen das Flugzeug explodieren, aber keine weiteren Fallschirme und nahmen daher an, dass die anderen verunglückt waren. Es war erst sieben oder acht Tage später, dass wir die anderen Crewmitglieder in Rosenheim antrafen.

Es war als ob man Menschen sieht, die von den Toten wieder auferstanden waren. Ich bin bis zum heutigen Tag überzeugt, dass wir durch unseren Ausstieg den anderen ermöglichten einige Momente länger zu fliegen und wir somit nur durch einige Meilen voneinander getrennt waren. Von dort wurden wir nach Frankfurt am Main überführt und waren Gefangene der Deutschen bis wir am 29. April befreit wurden.

Beste Grüße, Cliff Faeth

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Kontakt

Chronistenteam Alpbach
Sebastian Margreiter
Gemeindeamt
Alpbach 168
6236 Alpbach

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