Steinbruch Münster i.T. | © Alpbachtal Tourismus
Kultur & Brauchtum
08.03.2021
Gabriele Grießenböck

Dem Kramsacher Marmor auf der Spur

Auf den Spuren des Kramsacher Marmors

Steinbruch Münster i.T. | © Alpbachtal Tourismus

Edles Baumaterial für Baumeister & Bildhauer

Die Region Alpbachtal bezaubert alle seine Besucher mit seiner herrlichen Landschaft. Aber auch unter der Erde verbergen sich wunderbare Schätze. Im Zuge einer Wanderung kann man sich auf die Spuren des Kramsacher Marmors begeben.

Marmor galt schon immer als edles Material für Baumeister und Bildhauer. Was wären Schlösser, Statuen und Kirchen ohne jenes Gestein, welches das menschliche Auge mit seinen einzigartigen Maserungen und Farbverläufen betört. Der Parthenon auf der Akropolis wäre kein weltbedeutendes Kulturerbe geworden, hätten ihn die Griechen aus Bachsteinen erbaut.

Zusehen, wie Marmor gewonnen wird

Kramsacher Marmor | © Gubert GmbH

Aber warum wird der Marmor in der Talsohle abgebaut?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir in die Vergangenheit blicken. Oder hinauf auf das oberhalb der Hagau gelegene Sonnwendjoch. Denn dort ist ein großer Gebirgskessel, der sich gegen Ende der Eiszeit so lange mit Schmelzwasser füllte, bis das Gestein dem Druck nicht mehr standhalten konnte und es zu einem Felssturz kam. Deshalb kann man seit Jahrhunderten in der Hagau den Kramsacher Marmor abbauen.

Um so spannender ist es, einmal vor Ort zu sehen, wie Marmor gewonnen wird. Wer das in der Region Alpbachtal machen möchte, der startet seine Wanderung am besten im Dorfzentrum von Münster. Von dort aus gelangt man über den Weiler Kronbichl zur Hagau, jenem Gebiet, wo der Kramsacher Marmor seit Jahrhunderten abgebaut wird.

Wussten Sie... ?

Annasäule Innsbruck | © Innsbruck Tourismus | Christof Lackner

Historische Bauten aus Kramsacher Marmor

Um sich den mühevollen Abtransport der großen Felsbrocken zu ersparen, wurde der Stein gleich vor Ort bearbeitet. Bereits 1465 errichtete der Steinmetzmeister Christian Nickinger in der Hagau die erste "Bauhütte". Viele Steinmetze folgten seinem Ruf und so wurde Kramsach auch über seine Grenzen für seinen Marmor bekannt.

Er wurde beispielsweise in Innsbruck für die Annasäule verwendet. Und sogar ein Teil des weltberühmten "Goldenen Dachls" ist aus jenem Kramsacher Marmor, den eine rötlich-rosa Färbung auszeichnet. Marmor ist ein Carbonatgestein, das durch Hitze und Druck im Erdinneren entsteht. Aus den unterschiedlichen Temperaturen und Druckverhältnissen leitet sich die verschiedene Färbung ab. Auf Grund seiner Entstehung ist Marmor nicht nur schön anzusehen, sondern es ist auch eine sehr beständige Bausubstanz bei Hitze und Frost.

Kunstwerke bestaunen

Stadtkirche Rattenberg Marmor | © Alpbachtal Tourismus

Vielerorts in der Region ist das rot-rosa Gestein anzutreffen

Bis heute sind in der Hagau Steinmetze ansässig, die dem edlen Gestein vor Ort zu schöner Gestalt verhelfen. Zu ihnen zählt zum Beispiel Walter Einberger, der sich ganz der Kunst der Steinbearbeitung widmet. Wer auf den Spuren des Kramsacher Marmors wandelt, kann vor Ort seine Kunstwerke bestaunen.

Aber die Wanderung führt auch an andere Schauplätze. Denn wer mit offenen Augen durch die Region geht, der wird feststellen, dass das rot-rosa Gestein vielfach anzutreffen ist. Etwa in der Stadtpfarrkirche Rattenberg. Oder der Basilika Mariatal. Auch im Augustinermuseum hat der Kramsacher Marmor seine Spuren hinterlassen. Und auch in jedem Wanderer wird ein bleibender Eindruck von der Schönheit des Kramsacher Marmors zurückbleiben.

Auf den Spuren des Kramsacher Marmor

Heilwasserbrunnen Kramsach | © Alpbachtal Tourismus

KulTour Tipp!

In der Region Alpbachtal kann man auf einer Wanderung auf die Spuren des Kramsacher Marmor begeben. Mit Start im Dorfzentrum von Münster führt die Wanderung über den Weiler Kronbichl und Grünsbach zum Abbaugebiet des Kramsacher Marmor. Allerorts in der Region findet man das rosa-weiße Gestein. Der Stadtbrunnen sowie in der Stadtpfarrkirche in Rattenberg, in der Basilika Mariatal und im Augustinermuseum wurde der Kramsach Marmor verwendet.
Auch die Schale des Heilwasserbrunnens in Kramsach, umgesetzt vom Steinmetz- und Kunstschmiedebetrieb Guggenberger aus Kramsach, ist aus dem besonderen Marmor geformt. 

Man muss nur genau hinsehen, dann erkennt man schnell, wo überall das besondere Gestein verarbeitet wurde.  

Hier geht's zur Tourenbeschreibung:

KulTour Dem Marmor auf der Spur

Beliebteste Beiträge