SDG 15

Natur & Umwelt

Nahaufnahme vom Edelweiß und weiteren Blumen | © Bernhard Berger Nahaufnahme vom Edelweiß und weiteren Blumen | © Bernhard Berger

Die alpine Natur- und Kulturlandschaft prägt das Alpbachtal. Als Tourismusverband greifen wir ihren Schutz und den Umgang mit den Folgen des Klimawandels in konkreten Aktivitäten auf: Beim Clean-Up Day sammeln wir gemeinsam Müll in der Region. Unsere Klimawanderungen vermitteln Wissen über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Natur vor Ort.

Die Managerin der Klimawandel-Anpassungsregion (KLAR!) entwickelt Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Dazu gehören die Wissensvermittlung zu Boden und Klimawandelanpassung in der Landwirtschaft, die Darstellung des aktuellen Zustands der lokalen Almen hinsichtlich ihres Beitrags zur Biodiversität sowie die Förderung naturnaher Gärten bei touristischen Betrieben und naturnaher öffentlicher Flächen.

Mit diesen Aktivitäten und begleitenden Informationen möchten wir Gästen und Einheimischen Wissen über die Natur unserer Region vermitteln und Möglichkeiten zur Beteiligung aufzeigen. Ob beim gemeinsamen Müllsammeln oder bei einer Klimawanderung: Du bist eingeladen, mitzumachen und mehr über die Landschaft des Alpbachtals zu erfahren.

Ein Steg am Berglsteinersee in Breitenbach, mit Blick auf den schönen See und das Restaurant Lounge 712 | © Alpbachtal Tourismus | B. Berger Ein Steg am Berglsteinersee in Breitenbach, mit Blick auf den schönen See und das Restaurant Lounge 712 | © Alpbachtal Tourismus | B. Berger
Ein Bauer ist bei der Feldarbeit, mit einem Rechen platziert er das Heu für die Abholung am Scheffachberg in Reith i.A.  | © Alpbachtal Tourismus | Mathäus Gartner Ein Bauer ist bei der Feldarbeit, mit einem Rechen platziert er das Heu für die Abholung am Scheffachberg in Reith i.A.  | © Alpbachtal Tourismus | Mathäus Gartner
Eine Wiese in Reith i.A. mit vielen blühenden Blumen und Obstbäumen, im Hintergrund die weißen Berggipfel | © Alpbachtal Tourismus Eine Wiese in Reith i.A. mit vielen blühenden Blumen und Obstbäumen, im Hintergrund die weißen Berggipfel | © Alpbachtal Tourismus

Chancen 

  • Nachvollziehbar dokumentierte Naturschutzmaßnahmen können die Region für Gäste attraktiver machen, denen der Schutz der Natur bei ihrer Urlaubswahl wichtig ist.
  • Naturführungen und Winterangebote wie geführte Winterwanderungen können das touristische Angebot ergänzen und zusätzliche Einnahmemöglichkeiten für regionale Anbieter eröffnen.
  • Fördermittel und Partnerschaften mit Umweltorganisationen können die Finanzierung und fachliche Begleitung konkreter Naturschutzprojekte erleichtern.
  • Die Bewirtschaftung von Wäldern und Almen nach festgelegten Naturschutzkriterien sowie die Vermarktung regionaler Produkte können Absatz- und Einkommensmöglichkeiten für Landwirtschaft und Handwerk schaffen.

  • Umweltbildung und Führungen bieten die Möglichkeit, Gästen und Einheimischen Wissen über heimische Lebensräume, Arten und naturverträgliches Verhalten zu vermitteln.
  • Renaturierung, eine auf die jeweiligen Lebensräume abgestimmte Weidewirtschaft und artspezifische Schutzmaßnahmen können zum Erhalt oder zur Wiederherstellung von Lebensräumen beitragen. Welche Arten davon profitieren, hängt von den örtlichen Bedingungen und den umgesetzten Maßnahmen ab.
  • Der Schutz und die Pflege von Natur- und Erholungsräumen können sowohl die touristische Attraktivität als auch die Lebensqualität der Einheimischen unterstützen.

Risiken 

  • Eine hohe touristische Nutzung kann insbesondere abseits ausgewiesener Wege Böden und Vegetation schädigen. Fehlende oder unzureichende Besucherlenkung kann diese Belastungen verstärken.
  • Steigende Temperaturen, veränderte Niederschläge und extreme Wetterereignisse können Wälder, Moore und alpine Lebensräume verändern. Je nach Standort kann dies ihre Funktion als Lebensraum und ihre Fähigkeit, Kohlenstoff zu speichern, beeinträchtigen.
  • Die Betreuung von Schutzgebieten, Renaturierungsprojekte, die Instandhaltung von Wanderwegen und weitere Schutzmaßnahmen benötigen langfristig finanzielle Mittel und Personal. Zertifizierungen können zusätzliche Kosten und Verwaltungsaufwand verursachen.
  • Vorgaben zum Schutz von Böden, Gewässern und Arten können touristische und landwirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten begrenzen. Daraus können zusätzliche Kosten oder Konflikte zwischen Naturschutzzielen und wirtschaftlichen Interessen entstehen.

  • Der Bau neuer Hotels, Straßen oder anderer Infrastruktur kann je nach Standort und Ausführung Böden versiegeln, Lebensräume verkleinern oder miteinander verbundene Lebensräume trennen.
  • Lärm, künstliche Beleuchtung und Besuche in sensiblen Rückzugsgebieten können Wildtiere stören. Art, Zeitpunkt und Intensität der Nutzung beeinflussen das Ausmaß möglicher Auswirkungen.

  • Nutzungsbeschränkungen zum Schutz sensibler Gebiete können bei Einheimischen, Gästen und Betrieben auf Vorbehalte stoßen – insbesondere, wenn Gründe und Zuständigkeiten nicht verständlich vermittelt oder Betroffene nicht frühzeitig einbezogen werden.
 

Artenvielfalt und Schutzgebiete in der Ferienregion Alpbachtal

Artenvielfalt geht uns alle an

Was wäre eine Wanderung ohne Vogelstimmen und das Summen von Insekten? Beim Unterwegssein in der Ferienregion Alpbachtal begegnet dir die Natur in vielen Formen. Doch ihre Bedeutung reicht weit über das hinaus, was wir sehen und hören.

Artenvielfalt ist ein Teil der biologischen Vielfalt, auch Biodiversität genannt. Dazu gehören ebenso die genetischen Unterschiede innerhalb der Arten, die Vielfalt der Lebensräume und die natürlichen Prozesse, die sie miteinander verbinden. Dieses Zusammenspiel bildet eine Grundlage unseres Lebens: Unsere Ernährung, Gesundheit, saubere Luft und trinkbares Wasser hängen davon ab.

Weltweit gehen Arten, Lebensräume und genetische Vielfalt verloren. Damit steht auch unsere Lebensgrundlage unter Druck. Der Erhalt biologischer Vielfalt ist deshalb eine gemeinsame Aufgabe, die über einzelne Regionen hinausreicht. Für unseren Blick auf die Ferienregion Alpbachtal bedeutet das: Wälder, Wiesen, Almen und Gewässer verdienen Aufmerksamkeit als Lebensräume – ebenso wie als Orte, an denen wir Erholung suchen.

Auch bei deinem Besuch in der Ferienregion Alpbachtal kannst du Rücksicht nehmen: Bleib auf ausgewiesenen Wegen, beachte örtliche Schutzbestimmungen, beobachte Wildtiere mit Abstand und nimm deinen Abfall wieder mit. Lass Pflanzen an ihrem Standort und entdecke die kleinen Details am Wegesrand.

Mehr zum Thema erfährst du beim Umweltbundesamt: Biologische Vielfalt.

Die rote Liste: Gefährdung sichtbar machen

Wie steht es um unsere Tier- und Pflanzenwelt? Nicht immer lässt sich beim Blick auf eine Wiese oder einen Wald erkennen, welche Arten gefährdet sind. Rote Listen helfen, ihren Zustand einzuordnen und auf Gefährdungen aufmerksam zu machen.

Sie dokumentieren ausgestorbene, verschollene und gefährdete Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Auch Lebensraumtypen werden in Roten Listen bewertet. Die Einstufungen beziehen sich jeweils auf ein bestimmtes Gebiet und den Stand der zugrunde liegenden Untersuchung. Da sich Bestände und Erkenntnisse verändern, müssen die Listen regelmäßig aktualisiert werden.

Als etabliertes Instrument des Naturschutzes liefern Rote Listen eine fachliche Grundlage, um Handlungsbedarf zu erkennen. Dabei lohnt sich der Blick auf beides: einzelne Arten und die Lebensräume, auf die sie angewiesen sind. Österreichweite Bewertungen lassen sich allerdings nicht unmittelbar auf die Situation in der Ferienregion Alpbachtal übertragen. Dafür braucht es zusätzliche Daten zu den Vorkommen und Bedingungen vor Ort. Die Biotopkartierungen des Land Tirol geben zusätzliche Infos zu gefährdeten Pflanzenarten, Schutzstaturs, etc. der einzelnen Gemeinden.

Du möchtest mehr erfahren? Beim Umweltbundesamt findest du die Roten Listen Österreichs und Hintergrundinformationen zu gefährdeten Arten und Lebensraumtypen.

Lebensräume und landschaftliche Besonderheiten erhalten

Schutzgebiete in der Ferienregion Alpbachtal

Naturschutzgebiete

In Naturschutzgebieten steht der Schutz der Natur im Mittelpunkt. Sie dienen insbesondere dem Erhalt von Tier- und Pflanzenarten, seltenen Lebensgemeinschaften und besonderen Naturerscheinungen. In der Ferienregion Alpbachtal stehen 0,1 % des Gebiets unter Naturschutz. Dafür gelten gebietsspezifische Vorschriften, die bestimmte Eingriffe und Nutzungen einschränken oder untersagen.

Loar (Kramsach): www.tiroler-schutzgebiete.at/schutzgebiet/loar/

Söller Wiesen (Kundl): www.tiroler-schutzgebiete.at/schutzgebiet/soeller-wiesen/ 

Ramsargebiete

Ramsar-Gebiete sind international bedeutende Feuchtgebiete, etwa Moore, Seeufer oder Flusslandschaften. Ihre Ausweisung beruht auf einem internationalen Übereinkommen, dessen Ziel die Erhaltung und schonende Nutzung von Feuchtgebieten ist. Die konkrete rechtliche Unterschutzstellung erfolgt in Österreich durch die Bundesländer. Ein Ramsar-Gebiet kann daher zugleich einer weiteren Schutzkategorie angehören.

Bayerische Wildam und Wildalmfilz (Brandenberg): www.tiroler-schutzgebiete.at/schutzgebiet/bayerische-wildalm-und-wildalmfilz/

Naturdenkmäler

Naturdenkmäler sind einzelne Naturgebilde, die wegen ihrer Besonderheit unter Schutz stehen. Das können beispielsweise alte Bäume, Quellen, Felsformationen oder Wasserfälle sein. Ausschlaggebend sind etwa ihre Seltenheit, Schönheit oder wissenschaftliche Bedeutung. In Tirol werden sie durch einen behördlichen Bescheid geschützt.

Insgesamt sind in der Ferienregion Alpbachtal 17 Naturdenkmäler ausgewiesen, darunter der Berglsteinersee, die Brandenberger Ache und die Seerosenbestände am Reintalersee.

Wir bekennen uns zu einem respektvollen Umgang mit der Natur und Tierwelt. 
Da wir nur Gäste auf Zeit in den Alpen sind gilt es sich an wichtige Verhaltensregeln zu halten.
  1. Wir begegnen der Natur & Tierwelt mit Respetk und Sorgfalt.
  2. Wir verhalten uns respektvoll gegenüber anderen Gästen und Einheimischen.
  3. Wir hinterlassen nichts in der natürlichen alpinen Landschaft.
  4. Wir bevorzugen das bestehende Unterkunftsangebot. Nächtigen wir im Freien, tun wir das ausschließlich an Orten wo es erlaubt ist. Dabei achten wir lokale Vorschriften, respektieren privates Eigentum und die Lebensräume der Wildtiere.
  5. Wir wählen Touren in den Alpen sorgfältig aus und bereiten sie gut vor.
  6. Wir überqueren die Alpen behutsam und bleiben auf Wegen, Trails und Pisten.
  7. Wir respektieren die Betriebszeiten und Regeln von Schneesportanlagen und Langlaufloipen. So werden Sicherheit und Freude für alle gewährleistet.
  8. Wir kaufen regional ein und unterstützen lokale Unternehmen.
  9. Wir reisen möglichst umweltfreundlich. In der Ferienregion Alpbachtal kannst du mit der Alpbachtal Card kostenlos mit den regionalen Buslinien fahren.
  10. Wir tragen die schönen Erinnerungen an die Alpen in unseren Herzen und lassen die Landschaft so, wie wir sie vorgefunden haben.
Zum Alpenmanifest
Unsere Kompetenzen & Ziele

Im Bereich Natur und Umwelt

Unsere Kompetenzen

  • Förderung umweltbewusster Naturerlebnisse: Entwickelung und Unterstützung von Angeboten, die im Einklang mit der Natur stehen, wie etwa umweltfreundliche Wanderungen, nachhaltige Eventformate und die Einbindung von Biodiversitätsthemen in touristische Erlebnisse.
  • Initiierung regionaler Klimaschutzprojekte: Mit dem Zukunftsfonds Alpbachtal investieren wir gezielt in Projekte, die langfristig Wirkung zeigen – direkt vor Ort.
  • Bewusstseinsbildung für Naturschutz: Durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen sensibilisieren wir Gäste, Betriebe und die Bevölkerung für den Wert von Biodiversität und die Notwendigkeit, ökologische Lebensräume zu schützen.
  • Förderung klimaresilienter Tourismuspraktiken: Wir setzen uns dafür ein, dass touristische Angebote klimafreundlicher werden und fördern Anstrengungen zur Anpassung an den Klimawandel, wie etwa den Schutz von Lebensräumen und die Schaffung von klimafreundlichen Infrastrukturen.
  • Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren: Wir fördern den Dialog zwischen Tourismus, Landwirtschaft, Naturschutz und weiteren relevanten Akteuren, um gemeinsam Lösungen zur Förderung der Biodiversität und zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln und umzusetzen.
  • Eigenverantwortung & Vorbildwirkung: Auch wir als TVB übernehmen Verantwortung. Wir messen und reduzieren unseren eigenen CO₂-Fußabdruck und unterstützen Projekte, die aktiv zur Förderung der Biodiversität und zum Schutz sensibler Ökosysteme beitragen.

Unser Ziel

Der Tourismusverband Alpbachtal setzt gezielte Maßnahmen um, um die Region auf die Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten – von der Anpassung der Infrastruktur bis hin zu nachhaltigen Lösungen im Tourismus. Wir arbeiten außerdem eng mit landwirtschaftlichen Partnern zusammen, um klimaresiliente Praktiken zu fördern. Dabei verstehen wir uns als Netzwerkpartner, der den Austausch zwischen Landwirtschaft, Tourismus und anderen Akteuren unterstützt und nachhaltige Konzepte in der Region voranbringt.

KLIMAWErKSTATT

Klimawandelanpassungsstrategie

Nicht nur Maßnahmen zur  Senkung der CO2-Emissionen sind wichtig, sondern auch Maßnahmen die sich mit der Anpassung an die sich veränderten Bedinungen in Zusammenhang mit dem Klimawandel beschäftigen. Genau hier setzt die KLAR! Alpbachtal an. Speziell für den Tourismus liegt der Fokus in der ersten Weiterführungsphase auf Klimawandelanpassung für Betriebe (Unterstützung zur Gestaltung klimafitter Außenanlagen, Parkplätze und Gebäude; Natur im Garten Beratung für Beherbergungsbetriebe und das Erstellen von Informationstafeln und -material zu naturnahen, insektenfreundlichen öffentlichen Flächen) und im Maßnahmenpaket "Kulturlandschaftelement Almen" auf der Erarbeitung eines touristischen Angebots für Almpflege.

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